Geschichte

Interview mit mir selbst.

Aus Mangel an geeigneten Gesprächspartnern habe ich mich einfach selbst interviewt und zur Bandgeschichte befragt - auch nich' so normal.

Ja, Olaf, dann erzähl doch mal, wie das so war am Anfang. Wie war das denn mit der Bandgründung?
Ja, also, der Stefan Müller hat dem Weigel irgendwann mal - das muss irgendwann ‘92 gewesen sein - erzählt, er wolle sich eine Gitarre kaufen und eine Band gründen. Daraufhin hat sich der Weigel einen gebrauchten Bass und Verstärker angeschafft und den Müller angerufen.

 

Also, die haben sich quasi gegenseitig geil gemacht?
Genau! Ja und der Müller hat mich dann angerufen, und wir drei haben uns aufgemacht zum Buckentaler, einem Schizo aus Köppern, und dort die ersten Gehversuche in der Musik veranstaltet. Irgendwann hat der Weigel dann den Daniel Herout, unseren ersten Schlagzeuger, angerufen und diesen gefragt, ob er mitspielen wolle. Der Buckentaler schied dann aus, weil er keinen Bock mehr gehabt hat.

 


 

Und wann habt ihr zum ersten mal richtig geprobt? interview3
Das war an einem Samstag, Februar 1993. Da haben wir vier uns dann getroffen und die ersten Lieder, "Flathead" und "Asthmatika" - hm - kreiert. ?Damals hatten wir noch gar keinen Bandnamen. Und da der Bandname kurz und prägnant wie ein Schlagwort sein sollte und der Weigel vor lauter schwachsinnigen Wortkonstruktionen nur so strotzte, war ein Name schnell gefunden. TUMOR - kurz, prägnant und ein bisschen uäh.

 

Und das erste Konzert?
Das erste Konzert hatten wir als Vorgruppe in Ober Erlenbach zusammen mit "Kackreiz" und "Selbstverstümmelt". Wir spielten alle unsere Lieder - sechs Stück. Eintritt kostete eine Mark. 27 Mark haben wir verdient - die hat der Weigel dann in der Disco versoffen!

 

 

Was war denn mit dem Müller?
interview4Ach, der hatte einfach nicht den richtigen Trieb und stieg deshalb Ende ‘93 schon wieder aus. Da haben wir dann halt zu dritt weitergemacht. Aber das war damals eh egal - da kam es eher auf die Bühnenshow an als auf die Musik, die damals noch richtig schlecht war.
Irgendwann kam dann auch die Sache mit den Showelementen auf, um die Stimmung anzuheizen. Purzelbaumwettbewerb, Teebeutelweitwerfen und so. Heute funktioniert das alles nicht mehr. Heute wollen die Leute die Lieder hör’n und tanzen. Die Lieder sind ja auch um klassen besser als damals und wir können inzwischen alle unsere Instrumente spielen.

 

Zurück zur Geschichte. Wie ging es denn weiter?
Ein neues Kapitel brach irgendwann 1995 an, als wir wieder zum Quartett aufquollen: der Daniel schleppte einen zweiten Gitarristen an, den Norbert Schikola.
Ich kann mich noch an den ersten Auftritt mit ihm erinnern, das war Fasching ‘96. Da war er nach dem Konzert erstmal frustriert, weil der Weigel so viel gesoffen und dummgeschwätzt hatte, daß wir nur fünf Lieder gespielt haben.

 

Und dann ging’s ja bei euch los mit dem Schlagzeugerwechseln!
interview5Jo! Irgendwie schien es seit Sommer '96, daß der Daniel nicht mehr richtig Lust zu spielen hatte. Im September redeten wir dann mit ihm und kamen überein, daß er bis Ende '96 Pause machte. Einen "Aushilfsschlagzeuger" hatten wir bereits gefunden: Thomas Gottwald, der spielte in der Band, die mit uns ihren Proberaum teilte. Manchmal jammte er dann mit uns, und er war viel besser als der Daniel. Der Thomas blieb dann erstmal bei uns.

 

Und mit ihm habt ihr dann “Ganz normaler SCHWACHSINN!” aufgenommen?
Haben wir. Aber davor hat sich der Weigel noch die Hand gebrochen, als wir schon mit den Vorbereitungen zur CD beschäftigt waren - die war gottseidank schnell verheilt - und nachdem dem Weigel seine Hand verheilt war, haben wir dann im Frühjahr 1997 unsere erste CD "Ganz normaler SCHWACHSINN!" aufgenommen. ?Die haben wir dann am 2. September beim Konzert im Spritzehaus in Sachsenhausen vorgestellt.
Da die Cover noch nicht fertig waren, haben wir 20 Farbkopien genommen, die wir in schweißtreibender Arbeit selbst geklebt hatten.

 

Raritäten!
Ja, ha ha! Und am 6. März 1998 haben wir unser fünfjähriges Jubiläum im Jugendzentrum Köppern gefeiert. Dafür haben wir unseren treuen Fans zehn Paletten Bier spendiert. Fragt nicht, wie das JUZ nach dem Konzert aussah.

 


 

Und dann - Schlagzeugerwechsel, die zweite!
interview6Hrmpf. Im April 1998 kam es zu Spannungen in der Band, weil der Thomas keine rechts Lust mehr auf den musikalischen Stil hatte. Ihm schwebte mehr etwas Rockigeres vor (Ich hatte mit ihm zusammen ein neues Bandprojekt am Laufen, das in diese Richtung ging, aber das nur nebenbei.)
Da wir alle keinen Sinn mehr darin sahen, so weiterzumachen, stieg der Thomas aus. Flugs machten wir uns auf die Suche nach einem neuen Schlagwerker und fanden auch schnell jemanden. Julian Raab. Der war damals erst 17 Jahre alt und stieg Mai 1998 ein. Seitdem ist das Lineup stabil. Der Schlagzeuger muckt zwar manchmal auf, aber dann treten wir ihm in den Arsch und dann spurt er wieder.

 

Braucht ihr immer einen neuen Schlagzeuger für eine neue CD?
Anscheinend. Na, da du es schon ansprichst: Wir haben in der Folgezeit viele neue Lieder geschrieben. Und wozu schreibt man neue Lieder? Natürlich für eine neue CD. Wir waren so aktiv am Schreiben von neuem Material, daß dieses bald für zwei CDs gereicht hätte. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Studio. Wir planten, im Oktober 1999 aufzunehmen.

 

Aber dann ... interview7
Dann kam die Heirat vom Weigel dazwischen. Der hat im August '99 geheiratet. Also wurde es erstmal nichts mit der CD.? Die verlorene Zeit blieb jedoch nicht ungenutzt, denn wir schrieben immernoch neue Lieder. So konnten wir einige der nicht so guten Lieder von der Setlist streichen und dafür bessere für die CD vorsehen.
Und im März 2000 war es endlich soweit, und wir gingen ins Studio. Nachdem wir uns einige Tonstudios angeguckt hatten, entschieden wir uns für das Rock'N'Roll-Studio, in dem schon die Kollegen von Disput aufgenommen hatten. An einigen aufeinander folgenden Wochenenden nahmen wir die CD auf und mischten sie ab. Sie wurde fast dreimal so teuer wie die erste - ist aber auch dreimal so gut!

 

Und was habt ihr seitdem gemacht?
interview8Viele Konzerte, haben auch mehrere neue Lieder geschrieben. Und wir haben seitdem bei diversen Bandwettbewerben mitgemacht - natürlich ohne zu gewinnen - unsere Musik ist einfach nicht massenkompatibel.
Inzwischen gibt's uns ja auch schon seit zehn Jahren. Unser Jubiläum haben wir am 21. Februar 2003 mit unseren Fans im Gambi gefeiert. Da haben wir einen besonderen Auftritt gemacht, wo wir auch in Originalbesetzung (Weigel, Ostheimer, Müller, Herout) aufgetreten sind.

 

 


 

Kommen wir zur nächsten CD - "Wasabi & Algen".
Jo. 2004 wollten wir eine neue CD aufnehmen. Diesmal selbst produziert. 16 Lieder sollten ursprünglich auf der CD enthalten sein, und sie sollte im Herbst erscheinen. Letztendlich hat alles viel länger gedauert, als wir dachten.
interview9Wir hatten ja schon im Mai 2004 mit den Aufnahmen angefangen, aber es hat bis Ende des Jahres gedauert, bis alles im Kasten war. Das Mischen hat auch noch mal mehrere Wochenenden im Januar 2005 in Anspruch genommen. Und dann war noch das Cover zu gestalten. Das alles hat bis zum Mai 2005 gedauert, aber jetzt ist die CD fertig. 17 Lieder, fast 74 Minuten Länge! Alles selbst gemacht und wir sind sehr stolz auf dieses Machwerk.
Und im Juli 2005 fand unser erstes selbst organisiertes Festival statt. War ein voller Erfolg. Seitdem findet das jedes Jahr Anfang Juli statt.

 

Ach ja? Erzähl doch mal mehr darüber.
Na gut. Irgendwann kam mal die Idee auf, dass es doch toll wäre, ein eigenes kleines Festival zu organisieren. Ich war zwar dagegen, weil mir das zu viel Arbeit war, und ich ja von Natur aus faul bin, aber ich wurde überstimmt.
Als Location bot sich der Bauernhof an, auf dem wir proben. Der Bauer fand die Idee auch gut. Und ein Name war auch schnell gefunden: Weil der Bauer Raab (Raabenhof) heisst, wurde das Festival ganz einfach "Rock beim Raab" genannt.?
Mit dem Festival wollten wir kleinen Bands mal die Möglichkeit geben zu spielen, und das Ganze ist auch nicht auf Gewinn ausgelegt. Da steckt viel Idealismus dahinter. Und die ganzen Helfer machen das ja auch auf freiwilliger Basis.?
Na ja, außerdem haben so selbst die Möglichkeit zu einem tollen Auftritt. Nur einige Leute haben es nicht verstanden, dass wir das auch für uns machen. Da kommen dann so Kommentare wie: "Oh, da treten ja schon wieder Tumor auf." Hallo? Wir machen das Festival. Wir dürfen das.

 

OK, bevor dein ganzer Menschenhass wieder durchschlägt, lieber wieder zurück zur Geschichte.
2006 war dann wieder ein Heiratsjahr. Der Julian und der Norbert haben da geheiratet. Da war dann nicht so viel mit Konzerten. ?Und die nächsten Jahre waren auch ein Durcheinander. Julian hatte auch noch Lymphdrüsenkrebs gekriegt.

 

Oha.
Ja, ja. Da lief ein Jahr gar nix. Aber er hat den Krebs besiegt. Und inzwischen machen wir auch neue Lieder für die nächste CD. Da wollen wir aber lieber wieder in ein Studio gehen. Ist schon etwas besser, als alles allein zu machen.? Mal sehen, wann wir dazu kommen. Wir haben dieses Jahr (2012) sogar angefangen, uns Studios anzuschauen. Aber über die Jahre haben sich einige Dinge aufgestaut und sind jetzt ausgebrochen. Daher haben wir uns im Mai von Julian getrennt.


 

WAS?!
Ja, du hast schon richtig gehört. Es ging einfach so nicht weiter. Und es waren nicht einmal die oft genannten musikalischen Differenzen. Wir haben uns einfach Menschlich auseinander gelebt. Julian hat ja mit 17 bei uns angefangen zu spielen. Jetzt ist er 30 und hat sich halt entsprechend entwickelt. Und zwar so, dass es nicht mehr zu uns passt. Ja, und da haben wir uns halt in gegenseitigem einvernehmen voneinander getrennt.

 

Schlagzeugerwechsel die dritte also. Habt ihr schon jemand neuen gefunden?
Ja, Simon Lauth, mit dem ich auch bei den Lawmännern spiele. Er hat sich schnell eingearbeitet. Ist ja auch Vollprofi (hüstel) wie wir. Deshalb haben wir auch schon eine neue CD mit ihm eingespielt. Am 03. Mai 2014 haben wir sie auf einer CD-Releaseparty vorgestellt. Übrigens heisst sie genau wie die von dir oben gestellte Frage.

 

Na dann, danke für das - ähem - Interview.

 

Joomla templates by a4joomla