Sarkastisch und knallhart: Ein Fall für Herrn Knigge

"Ich bin der böse Onkel von gegenüber - Kleiner, verpiß dich, komm ja nicht 'rüber", reimen die "Tumoren" im "Hausmeister-Lied" und wollen ihre Vorbilder nicht verschweigen: "Alles von AC/DC über Slayer und Bodycount bis zu Pantera", verraten Bernd Weigel, Speditionskaufmann Daniel Herout (22/Drums) und Maschinenbaustudent Olaf Ostheimer (22/Gitarre).

 

Geprobt wird im Weigel'schen Hobbyraum, den sie mit Eierkartons schalldicht gemacht haben. "Ärger mit Anwohnern gibt's nicht - dem Nachbar geben wir sogar Schlagzeugunterricht", lacht Bernd rauh. Und warum singen sie nur in deutsch? "Wir machen Rock mit sarkastischen Texten - die soll jeder verstehen." Und um es klarzustellen: "Mit Fascho-Bands wie Störkraft haben wir absolut nix am Hut. Glatzenrocker sollen abhauen!" [...]

Das gleiche Jeanshemd, dieselbe dunkle Lockenpracht: Auch die Zwillinge Alexandra und Sonja (20), "fahren auf Heavy" ab. "Wir sind heute abend aber auch wegen Bernd Weigel, unserem Neffen, hier", verrät Alexandra (oder doch Sonja?). Der Neffe rülpst gerade ins Mikro, erblickt (welch Zufall) seinen Chef unter den Fans und grölt kaum zitierfähige Sätze ins Publikum.

Applaus ernten die beiden Bands, die morgen auch ab 20 Uhr in Friedberg im "Taf" auftreten, allerdings kaum: "Logisch, weil das keine Stars, sondern welche von uns sind", schüttet sich Thomas Gottwald , zuschauender Schlagzeuger der "Vollen Säcke" aus Burgholzhausen, noch ein Bier rein.

(Taunus Zeitung, 10.2.1995)

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